Kurzvorstellung von Windows Virtual Desktop

Desktop-as-a-Service -Lösungen sind momentan groß im Trend. Anbieter in diesem Bereich verzeichnen eine starke Nachfrage. Aufgrund der aktuellen Corona-Krise gehe ich davon aus, dass die Nachfrage in Zukunft noch weiter steigen wird, schließlich eignen sich DaaS-Lösungen wie Windows Virtual Desktop besonders für Organisationen mit Remote-Mitarbeitern im Home-Office. Über die ganze Reihe an Vorteilen einer DaaS-Lösung im Vergleich zur klassischen Desktopbereitstellung und VDI-Lösungen habe ich bereits in einem früheren Blogartikel ausführlich geschrieben. Heute möchte ich genauer auf das Desktop-as-a-Service Angebot von Microsoft namens Windows Virtual Desktop (kurz WVD) eingehen. WVD ist ein Platform-as-a-Service-Angebot, das es seit März 2019 in der öffentlichen Vorschau gab und das im September 2019 allgemein verfügbar (GA) wurde. Vor Kurzem hat Microsoft ein Frühlingsupdate für 2020 angekündigt welches einige Verbesserungen und Vereinfachungen verspricht.

Hier die Punkte, die ich in diesem Beitrag betrachten möchte:

  • Technische Features und Vorteile von WVD
  • Lizenzvoraussetzungen und Preisgestaltung
  • Management von WVD

Funktionen und Vorteile von Windows Virtual Desktop

Windows Virtual Desktop ist ein Dienst zur Desktop- und Anwendungsvirtualisierung, der auf Microsoft Azure beruht. WVD bietet Native-Client-Support für Mac, iOS und Android sowie HTML 5-Support und ist damit auch mit jedem modernen Browser zugänglich. Da es sich um ein Platform-as-a-Service-Lösung handelt, verwaltet Microsoft den Web Access, Gateways, Diagnose-Tools, Load Balancer und den Broker für Sie. Dadurch bleibt Ihnen viel Komplexität, die Desktopvirtualisierung normalerweise mit sich bringt, erspart.

Eine Besonderheit von WVD ist die multi-session-fähige Version des Betriebssystems Windows 10 Enterprise. Damit können sich mehrere Benutzer zur selben Zeit mit demselben Host verbinden, was gleich zwei Vorteile bietet. Erstens ist es kosteneffizient, da nicht jeder Benutzer eine eigene virtuelle Maschine benötigt und zweitens unterstützt das Windows 10 Enterprise multi-session Betriebssystem moderne Desktopanwendungen. In Kombination mit containerisierten Benutzerprofilen durch FSLogix, die bei Anmeldung dynamisch an die Compute-Umgebung angefügt werden, ist die Benutzererfahrung der Microsoft DaaS-Lösung wirklich sehr gut.

Wenn sich ein Benutzer mit WVD verbindet, ermöglicht die Verwendung von Azure Active Directory (AAD) die Nutzung zusätzlicher Sicherheitskontrollen wie Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) oder Conditional Access Control.

Eine Sache, die WVD derzeit noch fehlt, ist eine benutzerfreundliche Managementoberfläche für Admins. Diese soll jedoch im Frühjahr 2020 erscheinen. In diesem Video von der Microsoft Ignite 2019 können Sie ab Minute 14:09 einen Blick auf die geplante Oberfläche werfen.

 

Die Anzahl der verfügbaren Azure-Regionen steigt seit dem offiziellen Start von WVD ständig an. Eine aktuelle Übersicht erhalten Sie hier.

Lizenzanforderungen und Preisgestaltung von WVD

Die Kosten für Windows Virtual Desktop setzten sich aus zwei Komponenten zusammen:

1.     Lizenzkosten für Windows

Folgende Lizenzen qualifizieren für die Nutzung von WVD:

  • Microsoft 365 E3/E5
  • Microsoft 365 A3/A5/Sonderangebote für Schüler und Studenten
  • Microsoft 365 F1
  • Microsoft 365 Business
  • Windows 10 Enterprise E3/E5
  • Windows 10 Education A3/A5
  • Windows 10 VDA pro Benutzer

Für viele Unternehmen, die ohnehin Microsoft 365 Lizenzen haben, kann WVD also ohne zusätzliche Lizenzen genutzt werden. Falls noch keine Lizenzen vorhanden sind, führt der günstigste Einstieg über Windows 10 Enterprise E3 Lizenzen, die es für nur wenige Euro pro Lizenz pro Monat gibt.

2.     Kosten für die Azure Infrastruktur für den Betrieb Ihrer WVD-Umgebung

Je nachdem wie Ihr WVD Deployment gestaltet ist und welche Anforderungen Sie an Ihre Umgebung legen, belaufen sich die Kosten unterschiedlich hoch. Die wichtigsten Einflussfaktoren auf die Kosten sind:

  • Die benötigte Serie und Anzahl der Virtuellen Maschinen
  • Die Art der Desktopzuweisung (1-zu-1-Zuweisung vs. mehrere User per VM)
  • Die Buchungsoption der Instanztypen (z.B. reserviert auf 1 oder 3 Jahre)
  • Der benötigte Speicherbedarf und Netzwerkressourcen
  • Die IT-Sicherheitsbedürfnisse Ihres Unternehmens

Der Azure Kostenrechner hilft Ihnen dabei abzuschätzen, welche Kosten für Ihr Deployment anfallen. Meine grobe Schätzung für ein durchschnittliches Deployment liegt bei: 25 – 40 Euro pro Benutzer pro Monat.

Management von Windows Virtual Desktop

Wie bereits erwähnt, wird es ein Admin Portal für die Bereitstellung und Verwaltung von WVD in Azure erst in Kürze geben. Man muss sich zurzeit noch mit PowerShell behelfen oder auf Partnerlösungen zurückgreifen. In Zukunft wird man jedoch direkt aus dem Azure Portal heraus unter anderem folgende Dinge managen können:

  • Host Pools (z.B. Virtuelle Maschinen hinzufügen, entfernen oder neustarten)
  • Application Groups (z.B. Desktop App Groups und Remote App Groups erstellen und veröffentlichen)
  • Benutzer (z.B. hinzufügen und Desktops/Anwendungen zuweisen)

Fazit zu Windows Virtual Desktop

WVD ist ein DaaS-Angebot von Microsoft, das auf sehr viel Nachfrage trifft. WVD begegnet vielen Herausforderungen der Desktopvirtualisierung sehr souverän und hält einige bahnbrechende Features bereit. Zudem macht es Microsoft Organisationen leicht einen Technologiewechsel herbeizuführen:

  • Die Lizenzierung ist sehr einfach gestaltet
  • viele Aspekte der Lösung werden von Microsoft im Hintergrund verwaltet
  • umfangreiche Sicherheitsfeatures sind bereits Teil der Lösung
  • die Preisgestaltung ist transparent

Geben Sie uns gerne Bescheid, falls Sie Unterstützung bei der Einführung und dem Betrieb von Windows Virtual Desktop benötigen.

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Dennis Kionga

Dennis Kionga

Dennis ist Geschäftsführer bei Cloud Cape, einem IT Dienstleistungsunternehmen, das zukunftsfähige IT-Sicherheits- und Cloud-Lösungen für KMUs implementiert und betreibt. Zuvor arbeitete er als Business Development Manager in der Lufthansa Group, wo er Verantwortung für den globalen Vertrieb von Outsourcing-Lösungen für Airlines übernahm. Er schloss sein Studium an der Universität Mannheim ab und erwarb einen Master of Laws (LL.M.) sowie ein Postgraduate Certificate im Projektmangement der Universität Kapstadt. In seiner Laufbahn hatte er längere Auslandsaufenthalte in Portugal, Tschechien und Südafrika.

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